6:30 Aufstehen - und das im Urlaub.
Dafür gab's mein erstes echtes Pilgerfrühstück im Hotel. So lass ich mir das gefallen. Auf geht's,
,,.
Km 0,5 - Die Schulter tut weh.
Km 1 - Die Hüfte tut weh.
Km 1,5 Hüfte und Schulter tun im Wechsel weh, so als könnten Sie sich nicht entscheiden wer mehr über die ungewohnte Last auf dem Rücken protestieren will.
Km 2 - Völlig außer Puste.
Km 4 - Im Auenland angekommen und den ersten Hobbithügel erststürmt.
Km 5 - Bin Nass bis auf die Haut. Durch und durch. Dabei hat's noch gar nicht geregnet.
Km 8 - Langsam hat sich der Körper gewöhnt. Keine Schmerzen und Zwicken mehr. Bemittleide und grinse hämisch über meine humpelnden Mitpilger, die ich andauernd schnellen Schrittes überhole .
Pause eingelegt. Martin und Maria aus Norwegen kennen gelernt. Haben mir was über eine Alternativroute erzählt. Ein Blick in die pilgerapp zeigt die Strecke führt 20km neben der Hauptstraße lang. Die Ausweichroute soll wesentlich schöner sein aber auch 6km länger.
Km10 - Abzweigung zur Alternativroute verpasst. Schlage mich über Nebenstraßen zurück dorthin. Umweg 3km. Ein Glück das ich nicht Größenwahnsinnig bin.
Leider erweist sich die Strecke auch mehr und mehr zur Schlammschlacht. Überall ist der Boden völlig aufgeweicht.
Km 13 - Pause
Julius aus Weinheim, Carmen aus Australien und Gareth aus England kennen gelernt. Sind schon seit 4 Wochen zusammen am Pilgern und entsprechend fit. Brauche eine längere Pause.
Km 16 - Langsam werden die Beine schwer. Trotzdem die Gruppe eingeholt. Wir haben das gleiche Ziel und begleite Sie nach Villa Mazarif.
Gareth ist eigentlich auch Australier und jobt nur ein wenig in UK, da er dort Familie hat. Er ist im Moment arbeitslos und fliegt in 2 Monaten wieder heim nach Australien.
Carmen kommt aus der Wüstengegend. Für Sie ist Winter. Irgendwie erinnert Sie an einen Pinguin wenn Sie Handschuhe und 5 Schichten Kleidung anhat. Trotz 13 Grad bestand Sie darauf festzuhalten, das wir im Moment tiefsten Winter haben.
Km 20 - Langsam fängt der Kampf an. Abwechselnd tun mal die Knie, mal die Fussgelenke, mal die Hüfte weh. Die Füße dauerhaft. Eine Stelle besonders, hoffe das gibt keine Blase. Watschele mittlerweile genauso wie die, über die ich gelästert habe. Aber für ne Pose reicht immer noch :)
Km 24 - Angekommen. Ich gehe keinen Millimeter weiter mehr. Mir qualmen die Socken und die Muskeln brennen. Dafür haben wir eine schöne Herberge erwischt, mit eigener Küche. Ich bin am Ende, mir ist kalt und ich hab hunger.
Nach 2h Ohnmacht und Dusche
Die Gruppe will morgen bis nach Astoria, obwohl Carmen eine Blase hat und etwas humpelt. Das sind allerdings stolze 32km und die wollen den Gepäckservice nutzen, was für mich unter gar keinen Umständen in Frage kommt. Das schaffe ich niemals. Ab km 20 wars ein Kampf. Jetzt bin ich angeschlagen. Alles tut weh, ich lauf wie ein 100jähriger und komme kaum noch die Treppe zum Speisesaal runter. 20-25km sollten daher max sein. Mal schauen wie's wird.
Regen ist angekündigt.
https://www.runtastic.com/sport-sessions/1233620215
Was ich an Spanien so liebe, sind die Kaffees und die kleinen familiären Herbergen. Abnehmen wird hier schwer.
Pilgerfrühstuck für 9 Euro inkl. Wein und Wasser
Die Stimmung war riesig. Peter mit seiner Tochter Luca aus Californien, zusammen mit dem Israeli Emanuel und Tochter. Die beiden Berliner Tobias und Bernd, der Aschaffenburger Roland. Alle Englisch sprechend. Gaudi hoch 3.
Peter und Emanuel, haben sich letztes Jahr auf dem Camino kennengelernt und beschlossen diese Erfahrung mit Ihren Töchtern zu wiederholen.
Das ist gelebter Multikulti in seiner geilsten Form.
Samstag, 7. Mai 2016
Freitag, 6. Mai 2016
Tag 1 - Anreise
03:30 - der Wecker fliegt im hohen Bogen durchs Schlafzimmer.
Es geht doch nichts über gute Planung und Vorbereitung. Also noch mal schnell den Rucksack nachpacken, duschen, alles wieder auspacken, umentscheiden und schlussendlich doch alles wieder rausschmeißen. Wer braucht schon Sandalen oder eine Pulli. Ein leichtes langärmeliges Shirt tut es auch.
Mit immer noch unter 9 8 kg Gepäck, inkl. Wasser - dejavu - ginge es dann zum Flughafen. Natürlich viel zu früh. Aber was soll, dafür hatte ich Zeit eine 5 Euro Tasse Kaffee zu genießen.
Der Flug war abartig. Nie nie nie nie wieder Iberia. Die Beinfreiheit hat bei einem 1,7m Person aufgehört. Der Rest war in den Sitz quetschen. Im Vergleich zu Iberia ist Ryanair ein Luxusflieger. Nach 3h waren die Beinschmerzen entsprechend. Wenn der Vordermann sich zurücklehnte, glich das einer Kniescheibenamputation.
Der Schnellizug war dagegen ein Luxustraum. Platz ohne Ende. Leise, schnell,....
Irritiert hat mich dann kurz vor Leon die riesige Seenlandschaft links und rechts der Gleise. Kann mich gar nicht erinnern beim letzten mal auch nur einen gesehen zu haben.....
Leider war Microsoft doch zuverlässiger als erwartet. Unterwegs Regen. Bei Ankunft Regen. Die 10 min Fussmarsch ins Hotel haben dann auch gereicht um richtig nass zu werden.
Offenbar ist meine Regenjacke doch keine Regenjacke, sondern nur eine Windjacke. Das erklärt wenigstens warum die Einlaufen konnte. Immerhin - Sie ist schnelltrocknend, was man vom Shirt nicht sagen kann....
Wenn das die Aussichten für die nächsten Tage sind, dann gute Nacht.
Es geht doch nichts über gute Planung und Vorbereitung. Also noch mal schnell den Rucksack nachpacken, duschen, alles wieder auspacken, umentscheiden und schlussendlich doch alles wieder rausschmeißen. Wer braucht schon Sandalen oder eine Pulli. Ein leichtes langärmeliges Shirt tut es auch.
Mit immer noch unter 9 8 kg Gepäck, inkl. Wasser - dejavu - ginge es dann zum Flughafen. Natürlich viel zu früh. Aber was soll, dafür hatte ich Zeit eine 5 Euro Tasse Kaffee zu genießen.
Der Flug war abartig. Nie nie nie nie wieder Iberia. Die Beinfreiheit hat bei einem 1,7m Person aufgehört. Der Rest war in den Sitz quetschen. Im Vergleich zu Iberia ist Ryanair ein Luxusflieger. Nach 3h waren die Beinschmerzen entsprechend. Wenn der Vordermann sich zurücklehnte, glich das einer Kniescheibenamputation.
In Madrid angekommen, ginge erst mal auf die Suche nach einem Transport zum Hauptbahnhof, was sich als nicht so leicht entpuppte. Die Spanier sind zwar clever genug um alles zweisprachig anzubieten, sind aber zu Faul das konsequent zu machen, So hat z. B. der Fahrkartenautomat nach der Sprachwahl eine Englische Headline aber die Auswahlfelder bleiben Spanisch.
Der Bahnhof war wie befürchtet saukalt.
Dagegen hilft dann nur noch die Zwiebeltaktik. Mehrere Lagen übereinander anziehen. Leider lagen die auch genauso eng an. Meine Regenjacke ist seit dem letzten Trip mindestens eine Nummer eingelaufen. Dabei wurde die noch nie Nass. Manche Mysterien muss man wohl einfach nicht verstehen.
Der Schnellizug war dagegen ein Luxustraum. Platz ohne Ende. Leise, schnell,....
Irritiert hat mich dann kurz vor Leon die riesige Seenlandschaft links und rechts der Gleise. Kann mich gar nicht erinnern beim letzten mal auch nur einen gesehen zu haben.....
Leider war Microsoft doch zuverlässiger als erwartet. Unterwegs Regen. Bei Ankunft Regen. Die 10 min Fussmarsch ins Hotel haben dann auch gereicht um richtig nass zu werden.
Offenbar ist meine Regenjacke doch keine Regenjacke, sondern nur eine Windjacke. Das erklärt wenigstens warum die Einlaufen konnte. Immerhin - Sie ist schnelltrocknend, was man vom Shirt nicht sagen kann....
Wenn das die Aussichten für die nächsten Tage sind, dann gute Nacht.
Donnerstag, 5. Mai 2016
Der Tragödie dritter Teil
Es ist wieder soweit, das Ziel fest vor Augen, geht's in die letzte Runde. Auf über Santiago de Compostella nach Finesterre.
Mit reichlich Erfahrung aus den letzten beiden Reisen bin ich entsprechend vorbereitet - nämlich gefühlt gar nicht.
Bei den beiden letzten Trips habe ich ein mehr oder weniger intensives Sportprogramm im Vorfeld absolviert, um gut konditioniert zu starten. Ok, vielleicht eher weniger als mehr - aber immerhin. Daraus habe ich gelernt und es diesmal entsprechend anders gemacht. Sozusagen optimiert. Besser gesagt ich hab es ganz sein lassen.
Im Geiste aber bin ich reich an Erfahrungen, fit und gerüstet - immerhin.
Dafür körperlich völlig konditionslos, untrainiert und mit so einigen Zusatzkilos seit dem letzten Trip.
Gut das mein Rucksack dafür nun mit 9,8 kg Marschgewicht inkl. 1l Wasser ein weniger leichter ist, als die letzten Jahre wo ich meist zwischen 12 und 14kg auf dem Rücken hatte.
Mit reichlich Erfahrung aus den letzten beiden Reisen bin ich entsprechend vorbereitet - nämlich gefühlt gar nicht.
Bei den beiden letzten Trips habe ich ein mehr oder weniger intensives Sportprogramm im Vorfeld absolviert, um gut konditioniert zu starten. Ok, vielleicht eher weniger als mehr - aber immerhin. Daraus habe ich gelernt und es diesmal entsprechend anders gemacht. Sozusagen optimiert. Besser gesagt ich hab es ganz sein lassen.
Im Geiste aber bin ich reich an Erfahrungen, fit und gerüstet - immerhin.
Dafür körperlich völlig konditionslos, untrainiert und mit so einigen Zusatzkilos seit dem letzten Trip.
Gut das mein Rucksack dafür nun mit 9,8 kg Marschgewicht inkl. 1l Wasser ein weniger leichter ist, als die letzten Jahre wo ich meist zwischen 12 und 14kg auf dem Rücken hatte.
Sieht nicht nur viel aus - Ist es auch
In weiser Voraussicht habe ich mir heute den Wetterbericht einmal genauer angeschaut, so das ich mein Marschgepäck adäquat optimieren konnte. Samstag 24 Grad Sonne, Sonntag, Montag, Dienstag dasselbe. Perfektes Wanderwetter, nicht so heiß und nicht zu kalt. Deutschland kann sich echt glücklich schätzen.
Da ich ins heiße, warme, sonnenverwöhnte Spanien fahre, muss ich mich aber entsprechend rüsten. Also T-Shirt wieder raus, dafür Pulli, Regenjacke und Schwimmweste rein in den Rucksack.
Pünktlich am Freitag soll es in Leon anfangen zu regnen, und am Samstag, und am Montag und am Dienstag und am Mittwoch und am.........Ich schätze die ersten 150km werde ich im "Freistil" schwimmend zurückliegen müssen. Meine einzige Hoffnung ist, das der Wetterbericht von Microsoft gesponsort ist und damit so zuverlässig.......
Dafür ist dann die Strecke auch nicht ohne.
Von Leon nach Santiago de Compostella sind es ca. 320km. Das ist die Pflicht. Mein Ziel ist Finesterre - am Ende der Welt. Das sind noch einmal ca. 100km extra. Also alles in allem ca. 420km
Ich bin insgesamt 21 Tage on Tour. Dabei sin geplant für :
An- und Abreise - 2 Tage
1 Tag Pause - auf halbe Strecke, für Selbstmitleid und dem verzweifelten Suchen nach dem Sinn dessen was ich mir da gerad antue.
1 Tag Pause - Santiago, für Ankommen, Zusammenbrechen und Wiederbelebungsversuchen.
1 Tag Pause - Finesterre, leck mich am Arsch Tag
16 Tage - reine Marschzeit.
Das macht summa sumarum eine Vorgabe von 26,25 km pro Tag.
Ein Klacks :) - wobei, meist nach 15km die Beine schwer werden, nach 20km alles wehtut und danach nur noch der Kampf zählt. Dazu noch ca. 10 Tage um sich an die Belastungen zu gewöhnen..... Ob ich noch nach Fuerteventura umbuchen kann ?????
Samstag, 6. Juni 2015
Tag 15 - Abreise
Heute morgen gings mit dem Bus schon um 7 Uhr los nach Santander. 5 1/2h fahrt. Ein Glück das die Reisebusse hier nicht so voll und sehr komfortabel sind.
Leider ist das Wetter in Santander Wolkenverhangen und mit 16-18 Grad auch nicht sehr warm. Trotz allem aber passend um sich einen schönen Tag in Santander zu machen.
Die Stadt hat leider kein klassisches Zentrum wie Leon oder Burgos, so das sich hier alles auf viele lange Gassen verteilt.
Dafür gibt es aber eine wundeschöne Promenade und einen sehr schönen Strand.
Ein ausgedehnter Sparziergang am Strand, Barfuss, Knietief im Wasser, die frische salzige Seeluft...... eine wohltat für Körper und Geist. Ich glaube es wird mal wieder an der Zeit für einen Urlaub mit Strand, Meer und Poolbar ^^
Fazit
Die 2 Wochen und 250km vergingen wie im Fluge. Gefühlt bin ich gerade erst angekommen und habe mich langsam angepasst. Die Zeit ist einfach zu kurz. Der Geist kommt zur Ruhe, der Körper passt sich an. Die einsamen Wanderungen laden zum Nachdenken ein, viele Gespräche, Tipps und gute Wünsche. Das alles braucht Zeit und hält den Geist in Atem. Das loslassen gelingt hier auf dem Weg nach und nach...braucht aber Zeit. Nicht umsonst gehen viele volle 7 Wochen. Auch danach bräucht es noch min. eine Woche zuhause in Ruhe um alles zu verarbeiten.
Der Weg war ein Replay vom letzten mal. Viel neues, über Menschen, mich selbt....neue Lektionen die einem der Weg lehrte, alte die wieder aufgefrischt wurden.....Erkentnisse wurden gewonnen, die zu Entscheidungen führen werden....
Es ist wie der Teil einer Wandlung, die bei der letzten Reise begann und nun in eine weitere Phase eintritt.
Noch ein Tripp, bis zum Ende der Welt. Dort sollte diese abgeschlossen sein ......Reicht die Zeit ?
to be continued.......
Impressionen Santander
Leider ist das Wetter in Santander Wolkenverhangen und mit 16-18 Grad auch nicht sehr warm. Trotz allem aber passend um sich einen schönen Tag in Santander zu machen.
Die Stadt hat leider kein klassisches Zentrum wie Leon oder Burgos, so das sich hier alles auf viele lange Gassen verteilt.
Dafür gibt es aber eine wundeschöne Promenade und einen sehr schönen Strand.
Ein ausgedehnter Sparziergang am Strand, Barfuss, Knietief im Wasser, die frische salzige Seeluft...... eine wohltat für Körper und Geist. Ich glaube es wird mal wieder an der Zeit für einen Urlaub mit Strand, Meer und Poolbar ^^
Fazit
Die 2 Wochen und 250km vergingen wie im Fluge. Gefühlt bin ich gerade erst angekommen und habe mich langsam angepasst. Die Zeit ist einfach zu kurz. Der Geist kommt zur Ruhe, der Körper passt sich an. Die einsamen Wanderungen laden zum Nachdenken ein, viele Gespräche, Tipps und gute Wünsche. Das alles braucht Zeit und hält den Geist in Atem. Das loslassen gelingt hier auf dem Weg nach und nach...braucht aber Zeit. Nicht umsonst gehen viele volle 7 Wochen. Auch danach bräucht es noch min. eine Woche zuhause in Ruhe um alles zu verarbeiten.
Der Weg war ein Replay vom letzten mal. Viel neues, über Menschen, mich selbt....neue Lektionen die einem der Weg lehrte, alte die wieder aufgefrischt wurden.....Erkentnisse wurden gewonnen, die zu Entscheidungen führen werden....
Es ist wie der Teil einer Wandlung, die bei der letzten Reise begann und nun in eine weitere Phase eintritt.
Noch ein Tripp, bis zum Ende der Welt. Dort sollte diese abgeschlossen sein ......Reicht die Zeit ?
to be continued.......
Impressionen Santander
Freitag, 5. Juni 2015
Tag 14 - Ziel erreicht. Ankunft in Leon
Heute morgen ging es auf die letzte Etappe nach Leon. Die kleine deztlich spürbare Blase war heute Morgen wie verschunden.
Ensprechend waren die 13km nach Leon ein Klacks.
Die Strecke war sehr eintönig, immer nur an der Nationalstrasse entlang. Solche Etappen lassen sich sehr gut mit einem Hörbuch überbrücken und gehen dann im Fluge vorbei. Gestern habe ich mir von Ken Follet die JahundertSaga Teil 1 gekauft. Ein sehr gutes Buch bis jetzt.
Die Strecke von 13,5km war dann auch in einer Rekordzeit von 3h inkl. Pausen zurückgelegt.
Leon ist hat eininge unschöne Außenbezirke und eine sehr ansprechende Innenstadt. Wer kleine verwinkelte Strässchen, unzählige Kaffee Bars und Pubs liebt, ist hier mal wieder richtig.
Zum Abschluss hab ich mich in ein Einzelzimmer in einem Hostel mit eigenem Bad einquartiert. 30 Euro. Kann man nicht meckern.
Der Bus geht morgen früh um 7 nach Santander. 5 1/2h lang über 220km. Mit 33 Euro ungewöhnlich teuer. Offenbar ist der Bus nahezu ausgebucht. Mal gespannt was das wird.
In Leon hab ich den Nachmittag weitesgehend in Kaffees rund um den Dom verbracht.
Und ich habe fast alle hier wieder getroffen die ich auf dem Weg kennen gelernt habe.
Brigitte, Kati, die schöne Argebntienierin Anna, Camilla, der Tschesche, die Österreicher und die Schweizer die mir immer wieder über den Weg gelaufen sind, Kerstin & Steffi, die drei Holländerinnen, die Iren und etliche flüchtig Bekanntschaften.
Obwohl ich nur im Kaffee saß und beobachtete, hatte ich alle Nase lang jemanden bei mir sitzen und etliche die gegrüßt haben. Einzig Laura habe ich hier nicht wiedergesehen. Das wäre auch zuviel des Zufalls gewesen.
2 schöne, Schmervolle und unvergleichliche Wochen Neigen sich dem Ende. Morgen ist noch einmal Beaching in Santander angesagt.
Ensprechend waren die 13km nach Leon ein Klacks.
Die Strecke war sehr eintönig, immer nur an der Nationalstrasse entlang. Solche Etappen lassen sich sehr gut mit einem Hörbuch überbrücken und gehen dann im Fluge vorbei. Gestern habe ich mir von Ken Follet die JahundertSaga Teil 1 gekauft. Ein sehr gutes Buch bis jetzt.
Die Strecke von 13,5km war dann auch in einer Rekordzeit von 3h inkl. Pausen zurückgelegt.
Leon ist hat eininge unschöne Außenbezirke und eine sehr ansprechende Innenstadt. Wer kleine verwinkelte Strässchen, unzählige Kaffee Bars und Pubs liebt, ist hier mal wieder richtig.
Zum Abschluss hab ich mich in ein Einzelzimmer in einem Hostel mit eigenem Bad einquartiert. 30 Euro. Kann man nicht meckern.
Der Bus geht morgen früh um 7 nach Santander. 5 1/2h lang über 220km. Mit 33 Euro ungewöhnlich teuer. Offenbar ist der Bus nahezu ausgebucht. Mal gespannt was das wird.
In Leon hab ich den Nachmittag weitesgehend in Kaffees rund um den Dom verbracht.
Und ich habe fast alle hier wieder getroffen die ich auf dem Weg kennen gelernt habe.
Brigitte, Kati, die schöne Argebntienierin Anna, Camilla, der Tschesche, die Österreicher und die Schweizer die mir immer wieder über den Weg gelaufen sind, Kerstin & Steffi, die drei Holländerinnen, die Iren und etliche flüchtig Bekanntschaften.
Camilla mit Ihrer Mutter Anna aus Costa Rica
Obwohl ich nur im Kaffee saß und beobachtete, hatte ich alle Nase lang jemanden bei mir sitzen und etliche die gegrüßt haben. Einzig Laura habe ich hier nicht wiedergesehen. Das wäre auch zuviel des Zufalls gewesen.
2 schöne, Schmervolle und unvergleichliche Wochen Neigen sich dem Ende. Morgen ist noch einmal Beaching in Santander angesagt.
Donnerstag, 4. Juni 2015
Tag 13 - weiter gehts
Gestern Abend war ich mir sicher abbrechen zu müssen. Die Druckstelle am Fuss war definitiv geschwollen. Auch Voltaren half da nichts mehr. Gehen ging noch aber nicht in Schuhen.
Der Abend wurde dann dank Brigitte, Roland und Kati noch sehr lustig bei viel Rotwein. Brigitte hat mir noch die Stelle mit Ibuprofen Salbe behandelt - und wie sich herausstellte heute Morgen, half das.
Ich hätte auch blöd da gestanden. Der Bus fährt nämlich nur Montag, Mittwoch und Freitags um 09:20. Ein Zug im halben h entfernten Bahnhof um 8 und 17:30.
Inteessanter Weise hab ich noch zwei Mädels getroffen die den selben Flieger zurück nehmen wie ich, Zufälle gibts.
Heute morgen gings dann um 7 los. Ziel war wenigstens 13km in den nächsten Ort um Leon so Nahe wie möglich zu kommen.
Unterwegs traf ich noch zwei "Spanierinnen". Die eine - Wooooooow.
Mit Pausen alle 4 km gingnen dann auch die 13km rum. Da es gerade mal halb elf war, beschloss ich noch ins ächste Dorf zu gehen, da der Fuss hielt.
Aus dem Dorf wurde dann das nächste. Lediglich aufkommende Shmezen nach 25km und extrem schwül drückende Hitze machten meinem aufkommenden Größenwahn die 37km bis Leon durchzuziehen einen Strich durch die Rechnung.
Bezahlt hab ich den Marsch mit Schienbeinproblemen ud meiner ersten Blase - zum Glück noch sehr klein, Man merkt abends doch ob man die Krücken im Einsatz hatt oder - wie heute - nicht.
Die Herberge ist ein Schmuckstück. Leon nur noch 12km entfernt. So kann ich morgen früh da sein und den Tag in der Stadt verbringen bevor es am samstag morgen nach Santander geht.
In der Herberge habe ich die "Spanierinnen" wieder getroffen, die sich als Argentinierinnen aus Costa Rica heraus stellten. Ebenso die beiden Mädels Kerstin und Steffi, von gestern.
Der Abend wurde auch ganz nett, doch war ich zu Müde für Big Fun.
Morgen treff ich mich in Leon mit Brigitte und Kati, die mit dem Zug abgekürzt haben.
Der Abend wurde dann dank Brigitte, Roland und Kati noch sehr lustig bei viel Rotwein. Brigitte hat mir noch die Stelle mit Ibuprofen Salbe behandelt - und wie sich herausstellte heute Morgen, half das.
Ich hätte auch blöd da gestanden. Der Bus fährt nämlich nur Montag, Mittwoch und Freitags um 09:20. Ein Zug im halben h entfernten Bahnhof um 8 und 17:30.
Inteessanter Weise hab ich noch zwei Mädels getroffen die den selben Flieger zurück nehmen wie ich, Zufälle gibts.
Heute morgen gings dann um 7 los. Ziel war wenigstens 13km in den nächsten Ort um Leon so Nahe wie möglich zu kommen.
Unterwegs traf ich noch zwei "Spanierinnen". Die eine - Wooooooow.
Mit Pausen alle 4 km gingnen dann auch die 13km rum. Da es gerade mal halb elf war, beschloss ich noch ins ächste Dorf zu gehen, da der Fuss hielt.
Aus dem Dorf wurde dann das nächste. Lediglich aufkommende Shmezen nach 25km und extrem schwül drückende Hitze machten meinem aufkommenden Größenwahn die 37km bis Leon durchzuziehen einen Strich durch die Rechnung.
Bezahlt hab ich den Marsch mit Schienbeinproblemen ud meiner ersten Blase - zum Glück noch sehr klein, Man merkt abends doch ob man die Krücken im Einsatz hatt oder - wie heute - nicht.
Die Herberge ist ein Schmuckstück. Leon nur noch 12km entfernt. So kann ich morgen früh da sein und den Tag in der Stadt verbringen bevor es am samstag morgen nach Santander geht.
In der Herberge habe ich die "Spanierinnen" wieder getroffen, die sich als Argentinierinnen aus Costa Rica heraus stellten. Ebenso die beiden Mädels Kerstin und Steffi, von gestern.
Der Abend wurde auch ganz nett, doch war ich zu Müde für Big Fun.
Morgen treff ich mich in Leon mit Brigitte und Kati, die mit dem Zug abgekürzt haben.
Mittwoch, 3. Juni 2015
Tag 12 - Minimarsch, Probleme und Lektionen
Die letzte Nacht und der heutige Morgen haben mir doch ein wenig zu denken gegeben.
Bedingt durch die Probleme ein freies Bett zu finden, hatte ich mich gestern Hetzen lassen. Gezielt immer auf die besten und edelsten Herbergen zu bekommen. Vorgestern bin ich an einer vorbei bzw. wollte einchecken, die war wie eine Hotelanlage gebaut. Voll.
Gestern habe ich gezielt eine kleine angesteuert, die laut Bildern Liegestühle im Garten hatte und sehr gut sein müsste. Voll.
Entsprechend hab ich mich jedes mal geärgert und gekrammt, bzw. dann gestern auch noch Hetzen lassen. Das hat unterwegs soweit geführt das ich unterwegs das Projekt Jakobsweg als solches sogar in Frage gestellt habe und durch den aufsteigeneden Massentourismus mir fast sicher war den Rest nicht mehr zu gehen nächstes Jahr.
Als ich dann gestern bei meiner Wunschherberge gegen halb zwei mit den Worten "Full . Reservation ?" begrüsst wurde und draussen die ganzen Koffer von Jakobstrans sag (Transportdienst für Pilger Gepäck), wäre mir fast der Kragen geplatzt. Reservierungen in Aubergen sind eigentlich nicht erlaubt.
Am Ende war ich dann mit meiner Laune, als ich in die einzige noch freie Herberge kam, die in einem sehr alten Gebäude resistierte.
Soweit so schlecht. Aber wozu hat das ganze schlussendlich geführt ?
Gestern war ich in einem halbverfallenen 200 Seelen Kaff bei Bruno. Dort hatte ich beim gemeinsamen Abendessen mit Q1, der Südtirolerin Helga und den ganzen Italienern den schönsten Abend bis dahin auf der ganzen Reise. Bruno ist da wirklich ein kleiner unbekannter Hort der Ruhe, den kaum einer ansteuert. Die Herberge ist nicht wirklich sehr besonders, aber durch Bruno wird Sie zu was besonderem.
Wären die anderen nicht voll gewesen und ich hätte nicht den Gewaltmarsch hingelegt - ich hätte das nie kennen gelernt.
Gestern das selbe. Diese Herberge hätte ich freiwillig nicht aufgesucht, auchwenn alles umsonst wäre.
Nebenbei, Sie war umsonst. Übernachtung, Abendessen, Frühstück für lau. Man bittet lediglich um eine kleine Spende, da sich die Herberge allein dadurch finanziert.
Das Staunen ging los als ich gegen 5 langsam wieder zum Leben erwachte und die Treppe runterkam. Die Herbersgmutter fragte gleich ob ich Kartoffeln Schälen wolle. Wollte ich nicht. Schlieslich war ich grad wieder mit Müh und Kraft auf den Beinen und Voltaren getränkt.
Als ich von einem kleinen Snack aus dem Dorf zurückkam wurde ich wieder gleich abgefangen. Messe um halb acht, Abendessen um acht. Ich solle mich nicht verspäten...????....????
An diesem Abend hatte ich meinen ersten Gottesdienst auf der Reise. Und den bis dahin ungewöhnlichsten. In der Herberge anwesend waren 49 Pilger aus 12 Nationen. An dem Gottesdienst nahmen 25 Leute Teil. Protestanten, Katholiken, russisch orthodox, Buddhisten und Hinduisten und ein Jude. Der Gottesdienst wurde von einer Ungarin gehalten auf Englisch, den je ein Pilger in die Sprachen Spanisch , Koreanisch und Italienisch übersetzte. Ein Teil, wie das Vater unser, wurde von allen auf Latein gesprochen.
Und allen hat es offenbar Spaß gemacht........
Beim Abendessen waren 47 Pilger anwesend. Die drei Herbergsdamen, eine Amerikanerin, eine Spanierin und eine Ungarin, hatte einen Linseneintopf , sowie Salat mit Schinken zubereitet und Wein aufgetischt.
Die drei hatten eine Warmherzigkeit und eine Freude an der Arbeit... sowas hab ich noch nicht gesehen. Wie sich herausstellte, machen diese das ein paar Wochen ehrenamtlich und dann kommen neue. Verwaltet von einer Agentur der spanischen Kirche.
Ein Pilger hatte eine Gitarre im Gepäck !!! und entsprechend musste vor dem Essen gemeinsam gesungen werden !! :D
Nach dem Essen gings dann richtig rund. Von wegen aufstehen und gehen. Da hätte man erst einmal an den Dreien vorbei gemusst.
Stattdessen sollten die Nationen ihr Land vorstellen, durch Reden, Singen oder Gesten in der jeweiligen Gruppe.
Fast jedes Land hat was Vorgesungen. Die Gaudi war gigantisch.
Nach dem "Songcontest" wurden die Frauen rausgeworfen und die Männer zum Spüldienst eingeteilt.
Beim Spüldienst konnte man wieder einmal sehen, wie weit uns Spanier und Italiener voraus sind. Vor allem technisch, hinken wir denen um Dekaden hinterher. Diese extrem fortschrittlichen Nationen haben offenbar transportable Personen Beamer für jedermann erfunden. Eine technologisch Höchstleistung, die eigentlich unmöglich erschien. Anders kann ich mir jedenfalls nicht erklären, wie von einer auf die andere Sekunde die ganzen Italiener und Spanier weg waren ohne sichtbar den Raum zu verlassen......noch vor den Frauen......
Das Spülen war dann eine deutsch-koreanische Gemeinschaftsproduktion......
Am nächsten morgen wurde mit Musik geweckt, das Frühstück war genauso herzlich wie das Abendessen und jeder Pilger wurde persönlich verabschiedet. Sogar getanzt hat die Spanierin in aller H
Herrgottsfrühe mit manchen. Sogar mit mir. Und das zu einer Uhrzeit wo ich mich kaum auf den Beinen halten kann und eine Ewigkeit brauche um ein paar Worte in halbwegs sinnvollen Zusammenhang zu nuscheln. Ich vermute von außen muss das wie ein Totentanz gewirkt haben......
Vorgestern Morgen vorm Frühstück bei Bruno hat Helga es treffend formuliert. Sie war schon abmarschfertig und ich kam grad aus dem Bett gekrochen und bin nach draußen gewankt.
"Hey Tim, gut siehst du aus". Nach dem ich sie völlig wortlos angestarrt habe noch ein " Ein wenig zombiehaft aber gut :)".......
Bevor ich auch nur ein Wort finden konnte gabs eine Umarmung , ein Küsschen und weg war Sie .........
Lektion
Ich war auf der suche, nach "Luxus" und Bequemlichkeit. Das beste war grad gut genug. Habe mich geärgert weil nichts so kam wie ich wollte. Offenbar hatte der Weg einige Lektionen für mich bereit.
Manchmal geht man im Leben Umwege und es kommt anderes als man es plant. Oft sieht man nicht wozu ein vordergründig "negatives/anderes" Ereignis gut ist. Darüber sich aufzuregen ist verschwendete Energie. Wenn man daraus das beste macht ist das Ergebnis oft besser, als es hätte je sein können.
Auch Freude und Glück, haben nichts mit Wohlstand und Bequemlichkeit zu tun , sondern findet man oft an den einfachen Orten wo man sie kaum vermutet. Die Hatz nach dem "besseren, führt nicht zwingend zum Ziel.
Lektion gelernt. Danke für zwei unvergessliche Abende in Bescheidenheit mit großartigen Menschen die ich nie erlebt hätte, hätte ich meinem Drang folgen können.
Der Tag
Leider sind die körperlichen Ausfallerscheinungen doch stärker als befürchtet. Heute morgen beim Schuhe anziehen, habe ich bemerkt das ich am rechten Fuss, vom kleinen Zeh zur Fussballe hin druckempfindlich bin. Ein Check ergab, keine Blase - mehr wie eine Prellung. Der Handy Akku zeigte 40% an, das Powerpac war leer. summasumarum wie ich mich fühlte.
Beim gehen machte sich der Fuss deutlich bemerkbar. Die Geschwindidkeit war gering und nach 4km bzw, 1h schon die erste Pause. Durch Umstieg auf Sandalen ging es dann besser, da die nur minmale Berührung mit dem betroffenen Bereich haben. Die 8km zum nächsten Ort waren trotz allem ein Trauerspiel.
Notgedrungen machte ich dort Stopp für heute.
Dafür wurde ich mit einer Herberge mit Riesenwiese und -endlich - Liegestühlen belohnt
Hier hab ich auch Roland den Schweizer, Kati die Südtirolerin und Brigitte die Münsteranerin wiedergetroffen.
Bis Leon - meinem Primärziel - habe ich noch 38k. Normal in 2 tagen kein Thema. Schaun wir mal......
Bedingt durch die Probleme ein freies Bett zu finden, hatte ich mich gestern Hetzen lassen. Gezielt immer auf die besten und edelsten Herbergen zu bekommen. Vorgestern bin ich an einer vorbei bzw. wollte einchecken, die war wie eine Hotelanlage gebaut. Voll.
Gestern habe ich gezielt eine kleine angesteuert, die laut Bildern Liegestühle im Garten hatte und sehr gut sein müsste. Voll.
Entsprechend hab ich mich jedes mal geärgert und gekrammt, bzw. dann gestern auch noch Hetzen lassen. Das hat unterwegs soweit geführt das ich unterwegs das Projekt Jakobsweg als solches sogar in Frage gestellt habe und durch den aufsteigeneden Massentourismus mir fast sicher war den Rest nicht mehr zu gehen nächstes Jahr.
Als ich dann gestern bei meiner Wunschherberge gegen halb zwei mit den Worten "Full . Reservation ?" begrüsst wurde und draussen die ganzen Koffer von Jakobstrans sag (Transportdienst für Pilger Gepäck), wäre mir fast der Kragen geplatzt. Reservierungen in Aubergen sind eigentlich nicht erlaubt.
Am Ende war ich dann mit meiner Laune, als ich in die einzige noch freie Herberge kam, die in einem sehr alten Gebäude resistierte.
Soweit so schlecht. Aber wozu hat das ganze schlussendlich geführt ?
Gestern war ich in einem halbverfallenen 200 Seelen Kaff bei Bruno. Dort hatte ich beim gemeinsamen Abendessen mit Q1, der Südtirolerin Helga und den ganzen Italienern den schönsten Abend bis dahin auf der ganzen Reise. Bruno ist da wirklich ein kleiner unbekannter Hort der Ruhe, den kaum einer ansteuert. Die Herberge ist nicht wirklich sehr besonders, aber durch Bruno wird Sie zu was besonderem.
Wären die anderen nicht voll gewesen und ich hätte nicht den Gewaltmarsch hingelegt - ich hätte das nie kennen gelernt.
Gestern das selbe. Diese Herberge hätte ich freiwillig nicht aufgesucht, auchwenn alles umsonst wäre.
Nebenbei, Sie war umsonst. Übernachtung, Abendessen, Frühstück für lau. Man bittet lediglich um eine kleine Spende, da sich die Herberge allein dadurch finanziert.
Das Staunen ging los als ich gegen 5 langsam wieder zum Leben erwachte und die Treppe runterkam. Die Herbersgmutter fragte gleich ob ich Kartoffeln Schälen wolle. Wollte ich nicht. Schlieslich war ich grad wieder mit Müh und Kraft auf den Beinen und Voltaren getränkt.
Als ich von einem kleinen Snack aus dem Dorf zurückkam wurde ich wieder gleich abgefangen. Messe um halb acht, Abendessen um acht. Ich solle mich nicht verspäten...????....????
An diesem Abend hatte ich meinen ersten Gottesdienst auf der Reise. Und den bis dahin ungewöhnlichsten. In der Herberge anwesend waren 49 Pilger aus 12 Nationen. An dem Gottesdienst nahmen 25 Leute Teil. Protestanten, Katholiken, russisch orthodox, Buddhisten und Hinduisten und ein Jude. Der Gottesdienst wurde von einer Ungarin gehalten auf Englisch, den je ein Pilger in die Sprachen Spanisch , Koreanisch und Italienisch übersetzte. Ein Teil, wie das Vater unser, wurde von allen auf Latein gesprochen.
Und allen hat es offenbar Spaß gemacht........
Beim Abendessen waren 47 Pilger anwesend. Die drei Herbergsdamen, eine Amerikanerin, eine Spanierin und eine Ungarin, hatte einen Linseneintopf , sowie Salat mit Schinken zubereitet und Wein aufgetischt.
Die drei hatten eine Warmherzigkeit und eine Freude an der Arbeit... sowas hab ich noch nicht gesehen. Wie sich herausstellte, machen diese das ein paar Wochen ehrenamtlich und dann kommen neue. Verwaltet von einer Agentur der spanischen Kirche.
Ein Pilger hatte eine Gitarre im Gepäck !!! und entsprechend musste vor dem Essen gemeinsam gesungen werden !! :D
Nach dem Essen gings dann richtig rund. Von wegen aufstehen und gehen. Da hätte man erst einmal an den Dreien vorbei gemusst.
Stattdessen sollten die Nationen ihr Land vorstellen, durch Reden, Singen oder Gesten in der jeweiligen Gruppe.
Fast jedes Land hat was Vorgesungen. Die Gaudi war gigantisch.
Nach dem "Songcontest" wurden die Frauen rausgeworfen und die Männer zum Spüldienst eingeteilt.
Beim Spüldienst konnte man wieder einmal sehen, wie weit uns Spanier und Italiener voraus sind. Vor allem technisch, hinken wir denen um Dekaden hinterher. Diese extrem fortschrittlichen Nationen haben offenbar transportable Personen Beamer für jedermann erfunden. Eine technologisch Höchstleistung, die eigentlich unmöglich erschien. Anders kann ich mir jedenfalls nicht erklären, wie von einer auf die andere Sekunde die ganzen Italiener und Spanier weg waren ohne sichtbar den Raum zu verlassen......noch vor den Frauen......
Das Spülen war dann eine deutsch-koreanische Gemeinschaftsproduktion......
Am nächsten morgen wurde mit Musik geweckt, das Frühstück war genauso herzlich wie das Abendessen und jeder Pilger wurde persönlich verabschiedet. Sogar getanzt hat die Spanierin in aller H
Herrgottsfrühe mit manchen. Sogar mit mir. Und das zu einer Uhrzeit wo ich mich kaum auf den Beinen halten kann und eine Ewigkeit brauche um ein paar Worte in halbwegs sinnvollen Zusammenhang zu nuscheln. Ich vermute von außen muss das wie ein Totentanz gewirkt haben......
Vorgestern Morgen vorm Frühstück bei Bruno hat Helga es treffend formuliert. Sie war schon abmarschfertig und ich kam grad aus dem Bett gekrochen und bin nach draußen gewankt.
"Hey Tim, gut siehst du aus". Nach dem ich sie völlig wortlos angestarrt habe noch ein " Ein wenig zombiehaft aber gut :)".......
Bevor ich auch nur ein Wort finden konnte gabs eine Umarmung , ein Küsschen und weg war Sie .........
Lektion
Ich war auf der suche, nach "Luxus" und Bequemlichkeit. Das beste war grad gut genug. Habe mich geärgert weil nichts so kam wie ich wollte. Offenbar hatte der Weg einige Lektionen für mich bereit.
Manchmal geht man im Leben Umwege und es kommt anderes als man es plant. Oft sieht man nicht wozu ein vordergründig "negatives/anderes" Ereignis gut ist. Darüber sich aufzuregen ist verschwendete Energie. Wenn man daraus das beste macht ist das Ergebnis oft besser, als es hätte je sein können.
Auch Freude und Glück, haben nichts mit Wohlstand und Bequemlichkeit zu tun , sondern findet man oft an den einfachen Orten wo man sie kaum vermutet. Die Hatz nach dem "besseren, führt nicht zwingend zum Ziel.
Lektion gelernt. Danke für zwei unvergessliche Abende in Bescheidenheit mit großartigen Menschen die ich nie erlebt hätte, hätte ich meinem Drang folgen können.
Der Tag
Leider sind die körperlichen Ausfallerscheinungen doch stärker als befürchtet. Heute morgen beim Schuhe anziehen, habe ich bemerkt das ich am rechten Fuss, vom kleinen Zeh zur Fussballe hin druckempfindlich bin. Ein Check ergab, keine Blase - mehr wie eine Prellung. Der Handy Akku zeigte 40% an, das Powerpac war leer. summasumarum wie ich mich fühlte.
Beim gehen machte sich der Fuss deutlich bemerkbar. Die Geschwindidkeit war gering und nach 4km bzw, 1h schon die erste Pause. Durch Umstieg auf Sandalen ging es dann besser, da die nur minmale Berührung mit dem betroffenen Bereich haben. Die 8km zum nächsten Ort waren trotz allem ein Trauerspiel.
Notgedrungen machte ich dort Stopp für heute.
Dafür wurde ich mit einer Herberge mit Riesenwiese und -endlich - Liegestühlen belohnt
Hier hab ich auch Roland den Schweizer, Kati die Südtirolerin und Brigitte die Münsteranerin wiedergetroffen.
Bis Leon - meinem Primärziel - habe ich noch 38k. Normal in 2 tagen kein Thema. Schaun wir mal......
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