Donnerstag, 19. Mai 2016

Tag 14 - Kampfmodus

Heute morgen schmerzt das Knie noch immer.  Es wurde zwar deutlich besser über Nacht ist aber immer noch bedenklich.  Glücklicherweise ist es nicht das Gelenk selbst,  sondern über der Kniescheibe einen Muskel,  oder Sehnenansatz.  Offenbar kein ernster Schaden sondern eine reine Überlastung.

Da ich wieder halbwegs gefähig war bin ich spät los.  Ich stehe meist um 7 auf und bin spätestens um 9 ins Bett.  Bei der Belastung reicht selbst das kaum.

Es war kalt.  4 Grad.  Es nieselt.  Das Knie zwickt, das Sprunggelenk stimmt solidarisch ein, der rechte Fuss Juckt und reibt -  da hat mich vor ein paar Tagen offenbar was gebissen,  seitdem hab ich da einen riesen Krater.


Überhaupt sind die Temperaturen hier extrem.  Saukalt,  oder es brennt einem das Hirn raus. 15 Grad unterschied zwischen morgens und Abends sind normal.  Daneben gibt's nur Nass.  Entweder vom Regen oder vom Schweiß.

Alles in allem tausend Gründe wieder ins Bett zu gehen. Neben der physischen Belastung ist im Moment die physisch genauso gross,  sich auch nur zu einem Schritt zu motivieren.

Glücklicherweise gaben die ganzen Aua's nach und ich konnte halbwegs schmerzfrei gehen,  wenn auch widerwillig.
Ich war mir sicher das wird ein extrem kurzer Step und Ankunft ist Samstag. Freitag ist gestorben.

Die erste Pause brauchte ich schon nach 5km. Akkus leer. Der Weg,  zwar eben und schön,  hat es in sich. Auf und Ab.  Als liefe man den Kuhberg permanent hoch und runter.  Extrem Kräfte raubend -  hab ja im Moment auch soviel. Das Knie merke ich unterschwellig immer wieder aber es hält.

Pilgern mal anders. Heck eines Kleinwagen und Esel. 

Brücke auf Spanisch

Irgendwie hab ichs auf 14km gebracht und Sofi mit Mutter eingeholt. Was die Frau fightet und dabei lacht -  unfassbar.  Die Tochter weicht Ihr dabei nie mehr als 30m von der Seite, dann wartet Sie.

Unterwegs traf ich auf eine Bar namens Café Alemannia - Deutsches Kaffee.


Man kann ja über Deutsche sagen was man will -  aber Sie können einfach nicht aus Ihrer Haut.


Ein Spanier käme nie auf die Idee.  Bei denen bekommt man sogar zu jeder Bestellung kostenlose Häppchen gereicht.

In einem Anfall von Größenwahn gepaart mit völliger geistiger Umnachtung beschloss ich weiter zugehen. Ok vielleicht haben Voltaren Salbe und Bier Ihr übriges beigetragen.  Aber ich bin weiter - im vollen Wissen das die nächste Herberge 11km enfernt ist und schon alles wehtat.

Es kam wie es kommen musste.  Bergauf, bergab,  out of Power. Rund 5km vorm Ziel fing das Knie wieder an,  die Kräfte schwanden zusehends.  Gegen 17:00 kam ich an -  wahrlich auf dem Zahnfleisch.  Die letzten 5km bin ich gehumpelt um das Knie zu entlasten,  die Walkingstöcke hatte mehr die Funktion von Krücken,  der Mitleid der Mitläufer war mein -  obwohl die meisten die noch auf der Strecke waren ähnlich mies aussahen.

Die Wochenendpilger waren schon lange eingekehrt und haben auf Ihren Gepäckservice gewartet.
Ich meine es gibt hier eine Menge Kurzläufer dies ernst meinen -  siehe Sofi und Mutter oder eine bayrische Familie mit 2 kleinen Kindern,  mit der ich eben gespeist habe.
Aber wenn ich manche Leute sehe, spazieren,  10km am Tag,  dann Massage, jede Bar nach einem Stempel stürmend um den Pilgerpass zu füllen.  Normal braucht man den um Zugang zu Herbergen zu bekommen und die Nacht wird gestempelt als Pilgernachweis für Santiago um die Compostela zu bekommen.  Aber die Stempeln in jeder Bar wo Sie halten machen -  manche kommen sogar nur rein um zu stempeln und rennen dann weiter zur nächsten Bar. Jeder soll nach seiner Passion glücklich werden,  aber verstehen tu ichs trotzdem nicht -  warum sind die überhaupt hier?  Um später prahlen zu können?

Der Körper ist und bleibt eine Kampfmaschine.  Nach einer Stunde Sterben in meiner Gruft,  könnte ich das Bett wieder verlassen, Duschen,  Essen und das hier schreiben.  Sogar die 300m zum Restaurant habe ich gepackt.  Also zu Fuß,  nicht im Taxi -  auch wenn ich kurz darüber nachgedacht habe.  Das Knie schmerzt zwar,  aber nicht so stark.  Ich glaube das humpeln half -  auch wenn ich  aussah und ging wie Quasimodo.

Km bis Santiago : 28

Ich geh mich wieder einsargen.

Tag 13 - Weiter und noch weiter und das wars

Die Nacht hab ich in einem namenslosen Dorf Namens Gonzola irgendwo im nirgendwo verbracht. 10 mehr oder weniger verfallene Häuser,  2 Herbergen,  eine Kirche und ein Friedhof -  wie passend.
Die Gegend hier ist stark von der Landwirtschaft geprägt.  Trotz modernster Maschinen kommt man sich 100 Jahre in die Vergangenheit versetzt vor.
Hier kreuzt ein Katze die Straße,  dann ein Hund,  plötzlich schießt eine Herde Hühner um die Ecke und rennt dich  über den Haufen.  Wenn du nicht aufpasst steht dir auch mal eine Kuh auf den Füssen.  Ich sehe das hier immer öfter gerade Hunde und Hühner frei rumlaufen wie Sie wollen.  Für jemanden mit Hundephobie wäre das hier die Hölle,  so mal fast alles Schäferhunde oder größer ist.



Geplant sind heute 25 km. Ankunft in Santiago Samstag Nachmittag.  Aufbruch nach Finistere Sonntag morgen.  Also kein nennenswerter Aufenthalt,  es sei denn ich komme am Freitag noch an.  Restkilometer 110km
Dumm nur das ich heute so gar nicht in Fahrt kam und 15 km realistischer waren -  bis zum Frühstück,  das ich erst nach 9km hatte.



Ich hab gemerkt das es sich morgens eher schlecht läuft mit vollem Magen und Frühstücke daher meist erst nach der ersten Etappe.

Frisch gestärkt und mit einem Hörbuch auf den Ohren,  ginge zügig weiter,  Die zweite Pause war dann auch erst nach rund 17km und der Ehrgeiz geweckt.  Neues Ziel ; Melide - 32km. Rest dann noch 55km und Ankunft Freitag in greifbarer Nähe.

Unterwegs hab ich Caen und Sofi kennengelernt aus London. Mutter und Tochter,  die zusammen aus Sarria die 110km Etappe laufen.  Sie ist Braumeister bei Becks England :)  :) und damit für viele Männer eine Traum :D
Die Mutter ist auch endlos stolz auf die Tochter,  wie man sofort merkt. Der Unterschied zwischen den beiden könnte kaum größer sein,  Sie rank und zierlich,  Mutter dick.  Sie fliegt die Hügel wie ein Schmetterling geradezu hinauf,  die Mutter muss bergauf all 50m pausieren.  Aber Sie läuft,  25km am Tag,  brauchen ewig,  aber geben nicht auf.  Entsprechend Stolz ist die Tochter.........Einfach Klasse die zwei.  Keine Beschwerden,  nur Fun.



Ich kam an,  um 18:00.  32km. Ein Stunde vorher,  als es kein zurück mehr gab,  fing mein linkes Kniegelenk an zu schmerzen.  Da hatte ich bis dato gar nichts. Und es wurde immer schlimmer.  Gegend Abend war ich mir sicher das wars,  ich kann kaum noch laufen.  Aus Ende.  Morgen geh ich keinen Meter mehr. Letzte Hoffnung : einen Tag Auszeit und dann humpelnt ins Ziel,  Finestere gestrichen.

Lustigerweise kamen Sofi und Mutter inder selben Herberge an,  obwohl es hier rund 20 hat und so aßen wir noch zusammen Abend,  eh ich um 8 ins Bett bin.  Mit schmerzen bin ich eine laussige Gesellschaft.





Dienstag, 17. Mai 2016

Tag 12 - Auf ins nirgendwo

So ein Tag Pause wirkt Wunder.  Frisch erholt und Voltaren getränkt ging ee los. Die Herberge hab ich nur schweren Herzens verlassen. Überhaupt ist es schwer sich nach einer Auszeit neu zu motivieren.  Aber Santiago ist nah und der Zeitplan doch ziemlich stramm.

Normal müsste ich jetzt 30km am Tag machen,  allerdings ist das unrealistisch. Wobei,  die Strecke nach Finstere an 2 Tagen über 30km hat. Nicht weil das so toll ist,  sondern weil es da nur noch wenige Herbergen gibt,  mit zum Teil 15km und mehr Distanz dazwischen. Das wird zum Ende noch mal Hardcore.

Heute morgen hatte es wieder eine Menge Wochenendpilger.  Es ist schon krass wie sehr diese auffallen. Meist kein Rucksack oder ein kleiner,  blitzsaubere Freizeit oder Sportschule mal in Orange, mal in lila Schwarz,  Regenschirm usw.




Den "normalen"  Pilger,  erkennt man direkt an zerschliesenen Schuhen,  unwaschbar dreckiger Hose und am Gang.  Wer bereits ein paar hundert km in den Knochen hat erkennt man sofort -  Kondition und Training hin oder her.



Die Landschaft ist traumhaft hier.  Es ist erstaunlich wieviel uralte riesige verknöcherte Kastanien es hier hat,  teils bis zu 1000 Jahre alt. Diese Riesen haben schon so manchen Pilger gesehen. Ich bin weder groß Naturverbunden,  noch esoterisch oder spirituell angehaucht.

Aber der Magie so mancher Wegstrecke kann auch ich ich mich nicht entziehen. Das viel mir gestern schon auf,  wie an einigen Bildern zu sehen war.  Stellenweise fühlt man sich wie in einem Märchenwald. Was könnte da besser dazu passen als die Melodien von Faun -  Album "Totem".





Auch scheinen von einigen Plätzen und Bäumen eine unglaubliche Energie auszugehen,  die man förmlich spürt und die Armhaare aufstellen lässt. Eigentlich halte ich so Kram wie Ley -  Linien für Menschen gemachte Hirngespinste von Leuten denen Religion nicht reicht.  Und so sehr das an den Haaren herbeigezogen ist,  es gibt Sie,  diese magischen Orte,  wo alles mit allem und jedem verbunden scheint. Selbst die Luft ist so sauber und gutriechend wie selten wo.




Leider war der ganze Morgen stärker Nebel bis Mittags und auch die Linse von Handy ist dauernd beschlagen. 



Auch diese Etappe hatte wieder Ihre Herausforderungen.  Fairer Weise muss ich sagen das vor diesem Teilstück mit einer Tafel,  Fotos und Alternativroute gewarnt wird.  Allerdings bin ich heute eh schon 3km Umweg gelaufen,  weil ich nicht achtpasste und auf die Radfahrer Route kam,  die sich an Straßen orientiert.






Nach 25km ging dann auch alles an Kraft und Reserven aus und die Füsse schmerzten wieder höllisch. Vor allem bei auftreten auf der Ferse. Da rächt sich das hohe Gewicht. Wie ich die 32km mit Olga überstehen konnte, inkl.  Aufstieg und Highspeed gehen,  begreifen ich selbst nicht.  Dafür blieb da Sprunggelenk Dank Voltaren und einer gut gehbaren Strecke recht ruhig. Mein Tagesziel war nur 4km weiter.  Laut Liste bin ich nicht 28 sondern nur 25km gegangen bis Orazo.  Es ist schon nach 4 als ich dort ankomme,  also was solls.......



Montag, 16. Mai 2016

Tag 11 - Entscheidungen.

Heute morgen bin ich dann doch wie gewohnt aufgestanden.  Die spanische Architektur ist zwar sehr reizvoll,  hat aber die Lärmdämmung eines japanischen Papierhauses.

Also ausgecheckt und erst mal in die Stadt,  zu einem ausgiebigen Frühstück.  Obwohl ich beschwerdefrei war,  merke ich doch das eine Pause Not tut.  Leider war Sarria nicht mal ansatzweise so reizvoll wie erhofft.  Immerhin ist hier einer der Hauptstartpunkte auf dem Jakobsweg,  da es nur noch rund 118km bis Santiago hat und man eine Compostela bekommt, wenn man von hier Pilgert.

Entsprechend voll war die Stadt auch. Irgendwie wirkte alles völlig surreal.  Da waren etliche geführte Reisegruppen.  Eine bestehend aus Japanern oder Koreaner.  Daneben der Tourbus mit dem Gepäck und Reiseleiter.  Dieser erklärte dann fröhlich das Sie nun erst einmal den Berg erklimmen müssten und dann ein schwieriger Abstieg bevor steht.  Einen kleinen Hügel hab ich gesehen......
Der Abstieg entpuppte sich wie erwartet als 100m Steil abschüssige betonnierte Straße.  Nach all den Strapazen auf dem Weg hierher fühlt man sich wie im falschen Film. Diese Art des Luxuspilgerns wird aber offenbar immer populärer.  Ich darf gar nicht dran denken was mich auf der weiteren Reise erwartet,  wenn ich ein Bett brauche.

Da Sarria sehr enttäuschend war,  entschloss ich mich ein wenig Richtung nächstes Dorf zu flanieren.  Die Landschaft ist echt sauschön.  Leider gab es aber auch einen heftigen steilen Aufstieg über rund 1000m, so daß ich doch wieder in kürzester Zeit schweißgebadet war. Pfui.






Nach ca.  5km ging es dann los.  Entscheidungen müssen getroffen werden. So kann es auf keinen Fall mehr weiter gehen. Es müssen gravierende Änderungen her.

Neben mir eine sehr einladend wirkende Herberge,  vor mir noch eine. Welche nehme ich. Dachterrasse contra Pool.   Da ich heute frei habe und Fußfaul bin,  treffe ich eine weitreichende Entscheidung und quartiere mich kurzerhand an Ort und Stelle ein. Tschaka Volltreffer.  Die Sonne scheint,  es wird erstmals warm und dann das :






Jetzt gin der Entscheidungszwang aber erst richtig los. Hänge ich den linken Fuß in den Pool oder den rechten -  oder doch beide?



Um über meine unsägliche Lage nachdenken zu können,  habe ich den gesamten Nachmittag am Pool auf der Sonnenliege verbringen müssen und meinen Kummer in zwei Bieren ertränkt.


Pilger in ernster Not

Der Druck stieg ins unermessliche.  Bestell ich den Mai Tai mit oder ohne Schirmchen? Da ich nicht weiß was Schirmchen auf Englisch oder Spanisch heißt, kam mir das Schicksal dann glücklicherweise in Form eines Sangria entgegen.




Gegen Abend war das Selbstmitleid so groß,  da ich nicht zwischen Putenflilet und gegrillten Garnelen nicht entscheiden konnte,  das ich voller Verzweiflung noch mal Fleisch bestellte.




Und da war es :)  Endlich :)

Ja so ein Pilgerleben kann schon sehr beschwerlich sein.

Eben kamen noch Tanja und Sandra in die Herberge........

Sonntag, 15. Mai 2016

Tag 10 - Abstieg nach Sarria

Ich kann gar nicht erwähnen wie kuschelig warm Spanien um die Jahreszeit ist.  Mollige 7 Grad hatte es heute morgen als ich um 7:30 los bin.



Die Herberge mit 86 Betten war völlig ausgelastet.  Mein Schlafsaal zählte 32 Betten. Kein Fenster war offen. Eins,  zwei kranke,  eins,  zwei Frostbeulen und sobald es auf war,  wars 5 min später wieder zu.  Der Mief und Sauerstoffmangel wird langsam zur Gewohnheit.

Ich merke mehr und mehr das ich eine Pause brauche.  In meinem Zeitplan ist extra ein Tag zwischen Leon und Santiago vorgesehen, da mir das schon vorher klar war.  Man belastet den Körper und Organismus enorm,  er passt sich auch brav an -   er braucht aber auch einmal Zeit zur Regeneration.
Ideal wäre dafür Sarria.  Eine 8.000 Einwohner Stadt mit 20 Herbergen. Allerdings ist die 27 km entfernt.  Hier starten auch alle Fußstapfen Pilger, da die Stadt nur noch 110km von Santiago entfernt liegt. Die Compostela bekommt man,  wenn man min.  die letzten 100km zu Fuß reist.

Ich hab jetzt 700m Abstieg vor mir,  dann 200m Aufstieg und dann wieder 400m runter.  Alles im Achterbahnstil.

Die Muskeln gehen mittlerweile wieder aber das Sprunggelnk hat sich bereits nach ein paar km wieder gemeldet.  Der Boden ist meist sehr unebenen.  Der Fuss muss permanent ausgleichen und seitlich sind nunmal keine dicken Beinmuskeln. Die ersten 9km gingen noch halbwegs.  Der Weg selbst ist vergleichsweise einfach,  gegenüber den vorherigen.






Zum Glück kam doch noch die Sonne raus um sich mit mir zu versöhnen.  Es ist immer wieder interessant zu sehen wieviel liebevoll hergerichtet spendenbasierte Versorgungsstationen es gibt. Die Landschaft und der Ausblick,  kann man auch nur als atemberaubend einstufen.  Einfach herrlich. Da macht Pilgern Spass.












Ausstellung eines Britischen Malers und Gebetsraum am Jakobsweg.



850 jährige Kastanie

Unterwegs treffe ich immer wieder bekannte Gesichter und lerne neue kennen. Zwischendurch bin ich mit einer Gruppe Australier marschiert,  die ganz lustig war.  Nebenbei hab ich gestern hier die erste Russin kennen gelernt - damit ist Europa fast komplett.  Mann kann gar nicht anders als hier Leute kennen zu lernen. Zu Abend essen ich grad mit 7 Fläminen.



Der Abstieg wurde zur Qual.  Ca 7km vor Sarria war ich kurz vorm aufgeben.  Die Füsse taten Sauweh.  Was genau?  Keine ahnung,  mittlerweile alles -  spürt man wenigstens das Gelenk nicht.  Eigentlich wollte ich aufgeben für heute aber die Aussicht mir ein Hotel zu gönnen und morgen auszuschlafen war zu verlockend. Und ohne Fleiß kein Preis.  Irgendwie hab ich mich dann noch bis nach Sarria geschleppt. Das war kein Spaß mehr. Abwärts jogge ich langsam mit Trippelschritten,  wie mir es Olga beibrachte.

Als ich mit Ihr ging sind wir joggend im Trippleschritten hintereinander im gleichgang jeden Abhang runter.  Muss man dich von der Bewegung wie zwei hintereinander gleichfahtende Züge vorstellen,  mit den Armbewegungen. Ein Bild zum schiesen. Selbst die Einheimischen haben nur mit dem Kopf geschüttelt.

Das hilft weil man nur minimal bremst und viel Energie aus den Oberschenkel benutzt.  Aber die Füsse kotzen.

Ca. 800m nach dem Ortseingang hab ich auch das erstbeste Singlezimmer genommen das ich gefunden habe.  35 Euro.  Preis /Leistung (eigentlich)  sehr gut. Eigenes Bad,  Heizung,  Kamin im Vorraum,  Doppelbettzimmer für mich alleine,  liebevoll modern eingerichtet.




Notiz an mich selbst : Lerne endlich aus Fehlern.  Nie,  nie,  nie,  nie auch nur auf die Idee kommen Wäsche mit der Hand zu waschen. Du und Handwäsche sind inkompatibel,  in keinen logisch sinnvollen Zusammenhang zu bringen.

Als ich mein Zimmer bezogen und eine Stunde vor mich hinvegetiert habe,  wollte ich Duschen.  Fazit ich kann kaum noch laufen.  Da die Dusche geräumig war,  dachte ich man könnte ja auch noch die Wäsche des Tages unter der Dusche reinigen.
Gesagt getan.  Nach einer schönen Dusche und einer Hand-Katzenwäsche, landeten die Klamotten im Waschbecken zum austropfen.  Was ich nicht gesehen habe ist,  das der Duschvorhang unten keine Fixierung hat und schnell aus der Dusche raushängt. Bei der vielen heftigen Bewegung beim Wäsche waschen also immer.

Das Bad war überflutet und damit es nicht langweilig wird mein Zimmer gleich mit.  Und zwar richtig.
Es hat sage und schreibe 45 min gedauert bis alle Möbel verrückt und mittels Handtuch die Wassermassen wieder eingesammelt waren.



Mittlerweile dürften es mir nach einem richtigen Steak.  Die kennen sodas nicht hier.  Ich bin in der Fleisch / Rind / Steak Region Spaniens.  Die ist angeblich Weltberühmt.  Ich bekomm hier kein anständiges Steak.



Das Teil ist hauchdünn und sollte wohl mal ein T-Bone Steak werden wenn's erwachsen wird.  Jedenfalls sind die Knochen dazu drin.  War wohl ein Babylon.
Hier ist alles nur auf Kohlenhydrate und schnellen Zucker ausgelegt,  alla Weißbrot und Schokocroissant.
Die Pilgermenüs sind alle Klasse gekocht. Echte Hausmannskost,  frisch zubereitet,  meist aus frischen Lebensmitteln.  1a.  Aber meist auch vegetarisch.  Die Suppen der letzten Tage -  ein Traum. Eine kulinarische Höchstleistung zum kleinen Preis.  Aber dann folgt immer Paella oder Pasta.  Es könnte ja ein Vegetarier versehentlich dabei sein.

Ich kann es nicht mehr sehen,  ich brauch Eiweiß,  kein Zucker. Eier,  Fleisch,  Fisch,  mehr Fleisch und so weiter...  Hab ich Steak schon erwähnt?